Das Mangalitza Schwein

Das Mangalitza Schwein, oder auch Wollschwein genannt, gehört zu den letzten autochthonen Nutztierrassen Mitteleuropas. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde diese Rasse erstmalig erwähnt. Wollschweine wurden bis zum Zweiten Weltkrieg als robuster Schmalz- und Specklieferant geschützt. Durch die veränderten Verbrauchererwartungen nach dem Krieg sind alle Landrassen, so auch die Mangalitzaschweine, als ausgesprochene Speckschweine, fast gänzlich verschwunden.
Der Name "Mangalica" bedeutet "walzenförmig", er könnte vom serbo-croatischem "mangala svinija" - "Schwein, das sich gut ernährt" oder vom rumänischen "mancare" - "essen" abgeleitet sein.

Durch ihre Wolle sind die Schweine sowohl gegen Kälte als auch Hitze geschützt. Früher wurden sie oft hunderte Kilometer weit zum Schlachthof nach Wien getrieben und haben diese Reise mühelos durchgehalten. Die Rasse verfügt über sehr gute Muttereigenschaften. Das Fleisch des Mangalitzaschweines ist etwas dunkler im Vergleich zu herkömmlichen Rassen und von sehr guter Qualität. Der Ausschlachtungsgrad ist allerdings gering.

Sehr angenehm ist die anspruchslos Stallung und Fütterung der Mangalitzaschweine. Die relativ kleine Würfe bestehen aus zirka 5-7 Ferkel, die wie Wildschweinfrischlinge gestreift sind.

Zoologische Einteilung: Das asiatische und europäische Wildschwein, Sus scrofa vitattus und Sus scrofa scrofa , sind die Urväter aller unserer Hausschweine. Die Rassen des Mangaliza Schweines fallen in die Gruppe der mitteleuropäischen (slaw.- und keltisch - iberischen) klein- und großohrigen Zuchten. Zu den frühen Fettschweinen gehörten die Schweine der ungarischen Tiefebene (Alf ld), das "Alf ldi -" und "Szalonta Schwein" oder das transdanubische "Bakony Schwein".
Der Schweinehirt beweidete neben Eichenwäldern (Eichelmast) sumpfige Gelände und Ödland. Auch fand die Schweinefreilandhaltung auf Koppeln oder gemeinschaftlich genutzten Hutungen sowie Brach- und Stoppeläcker statt.

Vorgeschichte: Die Berglandschaften des Karpatischen Beckens und Ausläufer der Alpen wurden im 18. Jahrhundert von sich langsam entwickelnden Schweinen des Bergschlags oder kaum domestizierten, dem Wildschwein ähnlichen Tieren, wie den "Walachischen Stacheln" besiedelt.

Die Organisierte Mangalitzazucht: Die voranschreitende Landwirtschaft des 19. und 20. Jahrhundert konzentrierte die Schläge der kraushaarigen Schweine in Zuchten und entwickelte mittels Ein- und Verkreuzung vor allem serbischer "Sumadia -" oder kroatischer "Syrmien Schweine" die Rassen eines heute als "Mangalitza -" oder "Wollschwein" bekannten Fettschweintyps. 1927 wurde das Mangalitza Schwein offziell anerkannt.

Die drei Rassen des Mangalizaschweins gehören zu den letzten bis in die Gegenwart erhalten europäischen Landrassen.