Die Geschichte des Schweines

In Zeiten, als die Ern�hrungsversorgung der Menschen noch nicht so ausreichend und gesichert war wie heute, wurde Schweine wegen ihres hohen Fettanteil gesch�tzt und gez�chtet. Das Fett lieferte energiereiche Nahrung f�r die schwere, k�rperliche Arbeit der Menschen. Im Zuge der Industriealisierung �nderte sich auch langsam die Zucht auf fett�rmere Schweine, aber immer wieder zur�ckfallend "Speckschweine"in Kriegs- und Nachkriegszeiten. Eine schlagartige �nderung setzt ab den 50ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein. Die Ernahrungslage wurde "�bergut" und Fett wird heute gar nicht mehr erw�nscht. Um dies zu erreichen werden Heute vornehmlich Hybridrassen eingesetzt, da sich die alten Rassen den Speck nicht so ohne weiteres wegz�chten liessen. W�hrend Schweine es fr�her schafften, aus Waldmast (Eicheln und Bucheckern), Restfutter und volumin�ser betriebseigener Futtermittel (Kartoffen und R�ben) Fleisch und Fett lieferen, ist die heutige Mast mit hochwertigen Futtermitteln (zum grossen Teil aus �bersee) zur Nahrungskonkurrenz des Menschen geworden.

Geschichte

In Mitteleuropa sind Hausschweine seit dem 5. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung bekannt. Die jungsteinzeitlichen Bauern besa�en bereits Schweine als Haus- und Nutztiere. Im Neoitikum hatten die Wildschweine eine Widerristh�he von durchschnittlich 97 cm , die jungzeitlichen Hausschweine nur 75 cm.

Kelten und Germanen

Bei den Kelten und Germanen genoss das Schwein gro�e Wertsch�tzung sowohl als Haustier und Nahrungsquelle, als auch im Mythos und Glauben. Hausschweine waren mit etwa 30 % an zweiter Stelle der Haustiere. Es gab sogar einen Schweinegott Namens MOCCUS unter den fast 400 G�ttern der Kelten.

Germanen

Die Germanen trugen oft Fibeln mit Schweinedarstellungen und Krieger einen so genannten Eberhelm. Schweine galten als Symbol f�r Ernte- und Kindersegen. Dem germanischen Gott der Fruchtbarkeit FREYR war der Eber GULLINBURSTI (der mit den goldenen Borsten), auf dem er durch den Himmel ritt, heilig. Seiner Frau und Schwester FREYA galt SYR (Sau) als heilig. Der Sage nach besa�en die nordischen G�tter (ASEN) im Walhalla einen Borg (Eber namens S�rimni oder Sachrimmer) Haupts�chliche Haltungsweise waren herdenweise Weiden in den umfangreichen W�ldern, wobei sicherlich R�ckkreuzungen mit Wildschweinen vorgekommen sind, denn Stallungen gab es wohl nicht. Im germanischen Binnenland hatte das Schwein einen Anteil von 35%. Mittelalter

Mittelalter

Die Bedeutung im Mittelalter war unvermindert. Man bewertete einen Wald oft weniger nach Eignung und Wert zur Holzgewinnung, sondern wie viele Schweine darin Futter (haupts�chlich Eicheln) finden konnten. Der Normannenherzog Wilhelm der Eroberer teilte die L�nder f�r seine Vasallen danach in, wie viele Schweine sich dort weiden lie�en. In der damaligen Zeit hat man den Leitschweinen Schellen (Gl�ckchen) umgebunden, damit die Herde beisammen gehalten und leichter wieder gefunden werden konnte. Neuzeit
Das 16. und 17. Jahrhundert brachte keine wesentliche Neuerung in der Schweinehaltung. Im 18. Jahundert wurden der Schweinehaltung immer mehr Einschr�nkungen gemacht. So durften die Eicheln nicht mehr vom Baum geschlagen werden (Eichelklopfen) und Weidezeiten wurden beschr�nkt, um austreibende B�ume und Kleintiere in der Paarungszeit zu sch�tzen. Das 17. und 18. Jahrhundert f�hrten durch Seuchen, den 30 J�hrigen Krieg und der Verringerung von Waldweidefl�chen zur Abnahme von Fleischverbrauch und Schweinebestand. Mitte des Jahrhunderts begann eine grundlegende Ver�nderung von Z�chtung, Ern�hrung und Haltung von Schweinen.

Quellenangabe: H.-D. Dannenberg: " Schwein haben - Historisches und Hist�rchen vom Schwein" G.Fischer Verlag Jena 1990.